Zehn-Punkte-Plan: Habecks Wahlkampf strebt seinem Insolvenzmoment entgegen

Da Migration zum wichtigsten Wahlkampfthema aufgestiegen ist, musste auch Robert Habeck einsteigen. Um die fünf Punkte der Union zu toppen, präsentiert er einen Zehn-Punkte-Plan. Klingt nach mehr, ist aber weniger – Scheinvorschläge, die nichts ändern. Für die Grüne Jugend ist das dennoch Hochverrat.

IMAGO / Revierfoto

Es ist ganz klar: Auch nach Magdeburg, auch nach Aschaffenburg wollen die Grünen an der Turbomigration in die deutschen Sozialsysteme nichts ändern. Die täglich stattfindenden Vergewaltigungen, die Angst der Kinder in Schulen, in denen eine überwiegend muslimische Schülerschaft das Schulklima bestimmt. Die Morde in Würzburg, in Frankfurt, im Regionalzug bei Brokstedt, in Mannheim, in Bad Oeynhausen, in Solingen, in Magdeburg, in Aschaffenburg und und und. Nicht nur die Morde, sondern auch die schweren Verletzungen und Traumata – scheinen für die Grünen nur Gestehungskosten ihrer Ideologie zu sein. Kollateralschäden ihres hemmungslosen Träumens, ihrer Idiosynkrasien einer Welt, die nirgends existiert und die es auch nie geben wird. Es ist der Katechismus von Leuten, die nie aus ihrem Kinderzimmer herausgekommen sind, die nichts er-, sondern nur verwirtschaften können. D steht nicht mehr für Deutschland, sondern für Dekadenz.

Nachdem die Union, es muss nicht noch einmal in seinem farcierten Verlauf geschildert werden, ihr 5-Punkte-Programm zur Migration in den Bundestag ein- und mit den Stimmen der FDP und AfD durchgebracht hatte, und das Thema zum wichtigsten Wahlkampfthema aufstieg, konnte auch der Kandidat der Küchentische dazu nicht länger schweigen, wollte er noch irgendwie am Wahlkampf teilnehmen, aus dem sich die FDP am vorigen Freitag verabschiedet hatte.

Methode: Einladen und durchwinken
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Habeck war nicht zu beneiden. Er stand vor dem Problem: Wie erweckt man den Eindruck, etwas verändern zu wollen, ohne tatsächlich etwas zu ändern? Um das Kunststück fertig zu bringen, bedarf es in der Tat schon eines Robert Habeck. Zunächst überbietet man den Unions-Plan, zumindest äußerlich, dem Anschein nach. Nach Merzens 5-Punkte-Plan musste mindestens ein 10-Punkte-Plan her. Klar, zehn ist mehr als fünf und klingt besser, klingt allerdings nur so, ist in diesem speziellen Fall nämlich weniger.

Zunächst will Habeck eine „Vollstreckungsoffensive“: „Wir dürfen nicht hinnehmen, dass in Deutschland über 170.000 Haftbefehle nicht vollstreckt wurden – davon über 14.000 wegen Gewaltdelikten.“ Dass sie nicht vollstreckt werden können, liegt aber vor allem an Merkel, an Scholz, an den Grünen, denn vollstreckt wird eben auch nicht, weil die Gefängnisse voll sind. Es wird eben nicht nur der Wohnraum, sondern auch der Arrestraum knapp. Wenn Habeck seine Forderung erfüllen will, müsste er eine Gefängnisbau-Offensive starten.

Wie Habeck Asylsuchende auf psychische Erkrankungen „checken“ und wie er das finanzieren und organisieren will, dürfte sein Geheimnis bleiben. Dass Habeck nicht weiß, dass das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge bereits seit vielen Jahren komplett digital arbeitet, reicht an seine Kenntnisse in Sachen Insolvenz oder Verbeitragung von Kapitalerträgen in der Sozialversicherung heran. Vermutlich glaubt er wirklich daran, dass Frau Meloni seinem Charme erliegen und mit einem Augenaufschlag à la Carmen Miosga alle Migranten, die zuerst italienischen Boden betreten haben, zurücknehmen würde. Und was man immer von den Grünen und den Roten hört, dass man das Gemeinsame Europäische Asylsystem (GEAS) „umgehend“ umsetzen soll, ist die dickste aller Nebelkerzen und ein veritabler Witz in der Landschaft, denn das GEAS tritt erst ab Juni 2026 in Kraft – und ob es dann funktioniert, dürfte still, aber nachhaltig bezweifelt werden.

Ergo: Habecks Vorschläge stellen nur Scheinvorschläge dar, die nichts ändern. Die Turbomigration geht ungebremst weiter – mit allen schlimmen Folgen. Aber Vaterlandsliebe fand Habeck ja schon immer zum Kotzen und mit Deutschland wusste er auch noch nie etwas anzufangen. Letzteres stimmt allerdings nicht ganz, zumindest weiß er, wie man Deutschland kaputt bekommt. Das hat er zweifelsfrei in den letzten drei Jahren als Wirtschaftsminister bewiesen.

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Übrigens will Robert Habeck Friedrich Merz ein Gesprächsangebot unterbreitet haben: „Ich wollte damals, am Dienstag, glaube ich, vor der Abstimmung am Mittwoch Herrn Merz sagen: Guck, da geht was, wir können uns über verschiedene Sachen unterhalten. Ist halt nicht genommen worden“, sagte er gestern bei Lanz. Lanz hakte nach, ob er Merz angerufen habe. Antwort Habeck, der sich ertappt fühlte: „Das ist jetzt in diesem Fall über ein Video kommuniziert worden, wo ich ihn am Ende gebeten habe, nicht zuzustimmen.“ Kommentar überflüssig.

Nicht genug damit, dass Habecks 10-Punkte-Plan ein Scheinplan ist, ohne praktischen Wert, stellt für viele Grüne schon der Schein, die „drastische“ Veränderung des Landes aufzuhalten, Hochverrat dar. Die Grüne Jugend Niedersachsen postete deshalb auf Instagram und Facebook, dass „eine ‚Vollstreckungsoffensive‘… im Kern nichts anderes beinhaltet als eine menschenfeindliche Abschiebepolitik, die sich an rechten Narrativen orientiert. Zuversicht heißt nicht, die eigenen Werte für ein paar Prozent bei einer Wahl über Bord zu werfen und rechte Narrative zu befeuern. Wer Fragen zur Sicherheitspolitik zu Fragen der Migrationspolitik macht, der schüre Hass und Hetze. Ist für die Grüne Jugend der Kanzlerkandidat der Grünen ein „Hetzer“ und „Hater“? Irgendwie ist den Phrasenhelden aus Niedersachsen auch aufgegangen, dass es im Wahlkampf nachträglich sein könnte, das grüne Herz auf der grünen Zunge zu tragen – und sie löschten den Post.

Da aber 20 Punkte besser sind als 10, vor allem wenn 10 Punkte 10 andere Punkte gesinnungsethisch richtig einordnen, verkündete die Grüne Jugend ihren eigenen 10-Punkte-Plan unter dem Titel: „Humanität durch Sozialstaat“. Die Sprecherin der Grünen Jugend, Jette Nietzard, die es toll findet, wenn deutsche Männer ihre Hände durch die Explosion von Feuerwerkskörpern verlieren, gestand mit den Worten: „Wer an Integration und Humanität in diesem Land interessiert ist, investiert in den Sozialstaat und beschließt keine rassistischen Anträge mit den Nazis im Bundestag“ ein, dass es im Fach Geschichte nur zu einer „Sechs minus“ gereicht haben dürfte.

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Robert Habeck wurde jedenfalls jetzt von Jette Nietzard belehrt: „Die dadurch entstehenden Probleme löst man nicht durch das Beschließen von strengeren, schärferen Maßnahmen, die am Ende Geflüchtete an den Außengrenzen in ihren Rechten massiv beschneiden.“ Und: „Wir wollen, dass Bevölkerungsgruppen nicht länger gegeneinander ausgespielt werden, denn es gibt keine Menschen zweiter Klasse.“ Und zur Belehrung von Robert Habeck, der Kriminelle abschieben möchte: „Abschiebungen sind keine Bestrafung und dürfen nicht als solche eingesetzt werden.“

Hübsch ist auch, dass Habeck und Co. möchten, dass Habecks 10-Punkte-Programm allen Menschen im Land bekannt wird – nur nicht den Mitgliedern der Grünen Partei und der Grünen Jugend. Als Franziska Brantner den Plan auf 10 Kacheln postete, entfachte sie in der grünen Krabbelgruppe einen veritablen Shitstorm, sodass sie den Post doch lieber wieder löschte.

Die FDP trug schon am letzten Freitag zur maximalen Verwirrung, vor allem von sich selbst bei, indem sie forderte, dass man ja GEAS beschließen und das Zustrombegrenzungsgesetz der Union in den Innenausschuss zurücküberweisen könne, wo es schon einmal beraten worden war. Aber was bitte, war noch mal die FDP. Finde den Posten? Damit dürfte es jetzt vorbei sein.

Jeder Tag, den der Wahlkampf anhält, trägt zur Entzauberung der dysfunktionalen Eliten bei. Die Union hat recht – Deutschland benötigt dringend einen Politikwechsel, doch der setzt einen Wechsel der Politiker voraus.

Robert Habeck hat den Wahlkampf mit einem Kartenhaus verwechselt, das er auf einen Küchentisch erbaut hatte. Nur wollte er zu hoch hinaus – nun wankt es eben.


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Kommentare ( 33 )

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33 Comments
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Phil
2 Monate her

Neue Umfragen sehen die Grünen in der Wählergunst, seit dem 5-Punkte-Plan von Merz, wieder am steigen. Die Menschen in diesem Land sind so retardiert, da hilft nur eine schwere Wirtschaftskrise, ein Krieg und ein anständiges Bombardement um ihre „Meinung“ zu revidieren, bzw. ihren Horizont zu erweitern. Bleibt ihnen weg mit Zahlen, Fakten und der Realität, weil die Realität ist ja scheinbar relativ (jedenfalls in ihrer Phantasie), ebenso relativ wie z.Bsp. Geschlecht, Insolvenz und Schwerkraft. Diese intellektuell und politischen K-Gruppen-Zöglinge und ihr marxistisches Erbe, haben Land und Gesellschaft bereits einen immensen, kaum bezifferbaren Schaden zugefügt. Sie werden ihr Zerstörungswerk so lange… Mehr

Mugge
2 Monate her

Wie Habeck Asylsuchende auf psychische Erkrankungen „checken“ und wie er das finanzieren 

In Anbetracht der ohnehin schon langen Wartezeiten einen Platz für eine qualifizierte psychotherapeutische oder psychiatrische Behandlung zu bekommen, lässt sich leicht abschätzen, dass das Vorhaben „Checken“ bereits am Personalmangel scheitern würde. Von Sprachbarrieren und kultureller Unkenntnis einmal ganz abgesehen. Die Frage nach der Finanzierbarkeit stellt sich dabei noch gar nicht. Mit Stuhlkreisen, rot-grünem Herz , ganz, ganz viel Verständnis ,Offenheit und  „Bringschuld“ der Deutschen gegenüber Zuwanderern, ist es nicht getan.

Last edited 2 Monate her by Mugge
alter weisser Mann
2 Monate her

Vollstreckungsoffensive ohne Zurückweisungsoffensive.
Das perpetuum mobile für Asylindustrie incl. grüner NGO und Behörden, das allerdings nicht hinterherkommt woraufhin immer noch mehr Steuergeld in den Bereich Migration fließt.
Teil der Wunderwissenschaft Habeckonomics.

verblichene Rose
2 Monate her

Tja, ein gebrochener Arm ist ein gebrochener Arm. So viel zur Anatomie des Menschen. Aber wenn Herr Habeck jetzt meint, dass eine psychologische Untersuchung aller Ankommenden an irgendeiner Stelle hilfreich wäre, so stellen sich etliche Fragen.
Erstens: Was macht er dann mit psychisch auffälligen „Zuwanderern“?
Und um es gleich ab zu kürzen, obwohl es weitere Fragen gäbe:
Eine Fraktur ist eine Fraktur! Die eventuell vorhandene, psychische Labilität eines Menschen ist aber m.E. über die Ländergrenzen hinaus nicht so einfach zu diagnostizieren! Ganz abgesehen von den nicht medizinisch begründeten, aber existierenden Sprachbarrieren.

a.bayer
2 Monate her

Ich vermute ein vorher abgestimmtes Verhalten: Durch die Randale der grünen Jugend entsteht der Eindruck beim Wähler, Habecks Pläne hätten Substanz.

Jack
2 Monate her

Ich habe mir vor kurzer Zeit eine Diskussionsrunde mit Herrn F. Hellmeyer, Herrn T. Bachheimer und Herrn Dr. Krall angeschaut. Thema: Das Jahr 2025. Selbst wenn man in nicht alle, in dieser Runde vorgetragenen Gedanken inhaltlich, sachlich versteht, kann jeder Laie doch den maximalen Unterschied in der Substanz zu den Lanz Diskussionsrunden mit Herrn Habeck erkennen. Zwischen einer Idelogie, die dann noch sehr persönlich ist und einer nachgewiesenen Fachkompetenz liegen Welten. So kommt es dann zu den Insolvenzmomenten. Die realen Insolvenzen nehmen zu und die Kurzarbeit von heute, wird manchmal zur Insolvenz von morgen. Ich denke Herrn Habeck ist nicht… Mehr

Last edited 2 Monate her by Jack
Kassandra
2 Monate her
Antworten an  Jack

Das hat aber einem jeden von Anbeginn an klar sein müssen – denn er sagte ja selbst, dass er nicht wisse, was er da zu tun haben wird – was aber auch so zu verstehen ist, dass da jemand ist, der es ihm sagt: https://www.youtube.com/watch?v=i4TjDo7qGjM&ab_channel=PatrickBateman
Weshalb man solches nicht damals schon als KO-Kriterium nahm und ihn aussortierte?

Nibelung
2 Monate her

Die Grünen können erklären was sie wollen, denn sie sind Geschichte geworden, weil sie weder zu Trump noch zu Putin passen und zu den Chinesen ebenso wenig und wer mit ihnen im Kabinett antritt, hat gleich schlechte Karten bei den Erwähnten und könnte politisch nur noch überleben, wenn die neue Linie beachtet wird, oder bei uns geht das Licht dann ganz aus. Solange Merkel in einem Interview in der Zeit noch bemängelt, daß sie von Merz über dessen Vorhaben der Duldung der Stimmen von der AFD nicht einmal informiert gewesen sei, ist es doch offensichtlich, wer da hintenrum immer noch… Mehr

Wilhelm Roepke
2 Monate her

Die Grünen sind die stabilste Partei Deutschlands: keine Überalterung wie bei Union, SPD und Linke, kein Existenzminimum wie FDP und BSW, kein Verfassungsschutz, kein Parteiverbot wie bei der AfD im Raum, und einen großen harten Kern von Gläubigen, die jeden ideologischen Unfug mitmachen.

Kristina
2 Monate her

Habe vorhin ein Teil der „Münchener Runde“ gesehen. Die beiden Damen von SPD und den Grünen (Fegebank) waren furchtbar. Der bayerische Innenminister und der Vertreter der AFD – auf einer Wellenlänge. Die beiden Damen schossen eine Nebelkerze nach der anderen ab. Wir müssen alle Illegale einlassen, weil die sonst nirgendwo hin können. Wir müssen besser integrieren, bla, bla. Und dann der Verweis auf GEAS als die ultimative Lösung. Der Megaerfolg der Ampel auf europäischer Ebene. „Scholz hat es geschafft, Merkel nicht“! Der Migrationexperte Knaus hat letzte Woche bei Lanz haarklein und sehr plausibel erklärt, warum GEAS nicht funktionieren wird. Schlicht… Mehr

Lucius de Geer
2 Monate her

Gewohnt guter Artikel von Herrn Mai. Nur eine Frage: Wer ist der Typ auf dem Foto? Habeck kann es nicht sein, der sieht auf Wahlplakaten ganz anders aus.