Überall wird gegen Rechts und Faschismus demonstriert. So auch im Bistum Limburg, dem auch Frankfurt untersteht. Zu der Demonstration gegen „Rassismus, Faschismus und die AfD“ hatten unter anderem die katholische Kirche und ihr Bischof Georg Bätzing aufgerufen, der auch Vorsitzender der Bischofskonferenz ist. „Das Bistum habe die Aktion unterstützt und sei auch durch Generalvikar Wolfgang Pax, weitere Mitglieder der Bistumsleitung und zahlreiche Katholikinnen und Katholiken unter den Demonstranten vertreten gewesen. Denn die demokratischen Grundwerte seien bedroht, und daher sei jetzt die Zeit, gegen Extremismus und falsche Ideologien aufzustehen und entschieden Haltung zu zeigen.“ Das berichtete der Blog kath.ch über die Veranstaltung.
Der Limburger Bischof Georg Bätzing, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, rief bei der Demonstration tapfer ins Mikrofon: „Die Kälte und Eis und Schnee konnten uns nicht aufhalten. Es ist wichtig, hier zu sein und ein Zeichen für Demokratie, für Vielfalt und Toleranz zu setzen.“ Ohne Nazi und Faschismus kommen kirchliche Prediger, der Haltung wegen, heute nicht mehr aus.
Es kommt auf den Kontext an. Relativierung, eine beliebte Methode von Linken. Eine, die es auf großer Bühne, allerdings vergeblich, damit versuchte, war die damalige Präsidentin von Harvard Claudine Gay.
Noch schlimmer war es während der Zeit des Nationalsozialismus. Hier ein Text der Evangelischen Studierenden Gemeinde: „Schon im Sommer 1932 gründeten sich die Deutschen Christen (DC). Sie bezogen sich auf die im Parteiprogramm der NSDAP stehenden positiven Aspekte, mit denen die Nationalsozialisten versuchten die Christen für sich zu gewinnen. Im Jahr 1933 wurde der Nationalsozialist Ludwig Müller zum neuen Reichsbischof der DC gewählt, damit war die Kirche nicht mehr unabhängig von der Regierung. Reichsbischof Müller der Evangelischen Kirche sorgte beispielsweise dafür, dass sich die kirchlichen Verbände der Hitlerjugend unterordnen mussten. Zudem vollzog er die Einführung des sogenannten Führerprinzips auch in der Kirche, was bedeutet, dass Adolf Hitler fortan in der Kirche höhergestellt war als Jesus Christus.“ Ob evangelische Kirchenfunktionäre das meinen, wenn sie neben „Nie wieder 33“-Schildern demonstrieren?
Die Holocaust-Enzyklopädie schreibt hierzu: „Am 9. und 10. November 1938 starteten die Nationalsozialisten eine Serie von Pogromen gegen die jüdische Bevölkerung (‚Kristallnacht‘). Diese fanden sowohl in Deutschland als auch in den jüngst angegliederten Gebieten statt. Keiner der bekannten Kirchenführer hat öffentlich gegen die gewalttätigen Angriffe protestiert. Dadurch haben sie sich genau wie die Vertreter aus Bildung, Wirtschaft und Militär mitschuldig gemacht, die angesichts solcher Ereignisse ebenfalls geschwiegen hatten, wenngleich viele von ihnen diese nicht befürworteten. Selbst wenn sich die Kirchenführer angesichts der Gewalt und des Terrors der Kristallnacht geäußert hätten, wäre es vermutlich zu spät gewesen. Ende der 1930er Jahre hatte das NS-Regime die volle Kontrolle über die Inhalte öffentlicher Reden und den öffentlichen Raum. Die Instrumente der Unterdrückung, die von der Inhaftierung in ein Konzentrationslager ohne Gerichtsverfahren bis hin zur Exekution reichten, waren bereits implementiert.“
Genauso feige wie damals schweigen Kirchenvertreter heute zu Mordaufrufen von Muslimen an Juden auf deutschen Straßen.
Die deutschen Kirchen sind seit langem auf einem gefährlichen Irrweg. Fest verankert im Opportunismus, Duckmäusertum, in Heuchelei und Gratismut, besoffen vom Zeitgeist und hypermoralisch aufgeladen, sind sie nach ’68 zu politischen Vorfeldorganisationen, zuerst des linken, und jetzt – immer mit der Zeit gehend – dem links-grünen Juste-Milieu verkommen. Deutsche Kirchenfunktionäre sind und waren Kollektivisten. Die Liste ihrer politischen Fehleinschätzungen ist lang: RAF, Anti-Atombewegung, Anti-Amerikanismus, Nato-Nachrüstung und, nicht zu vergessen, das schändliche Verhalten beider Kirchen während der Coronazeit. Aber, wie oben beschrieben, gaben sich die Kirchenvertreter auch während der Zeit des Nationalsozialismus staatstragend kollektivistisch. Es waren wenige Einzelne, Ausnahmen, die sich gegen die offizielle Politik ihrer Kirchen stellten. Diese Wenigen werden heute allerdings von den wohlmeinenden aktuellen Funktionären gerne als Feigenblatt missbraucht.
Die Kirchen sind eben wie alle anderen, gegen Rechts und Faschismus demonstrierenden staatlich finanzierten Organisationen genau das, gegen das sie vorgeblich protestieren.
Auch das Gehalt des tapferen Bischofs aus Limburg wird von deutschen Steuerzahlern bezahlt. Auch von denen, gegen die er demonstriert. Laut Statista stiegen die Zahlungen des Staates an die Kirchen von 67 Millionen Euro 1960 auf fast 600 Millionen Euro im Jahr 2022. Als Quelle für die Zahlen nennt Statista die Humanistische Union. Aber der Bischof demonstrierte ja nicht nur gegen Rechts und den Faschismus, sondern auch für Toleranz.